Die Marienkirche ist das größte und älteste Gebäude Anklams.  Sie ist kein glatter Bau aus einem Guss, sondern eine Kirche, in der viele Generationen und die Geschichte der Stadt Anklam ihre Spuren hinterließen.

Erstmalig urkundlich erwähnt wird die Kirche 1296. Wahrscheinlich wurde ein erster Kirchenbau in Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Ab etwa 1300 wurde die Marienkirche zu einer dreischiffigen Hallenkirche ausgebaut und nach Westen erweitert.

Im Mittelalter waren die Stadtkirchen Orte des täglichen Lebens. Hier wurde nicht nur gebetet und gesungen, hier fanden auch Verhandlungen statt und wurden Gäste empfangen. Als repräsentative Bauten prägten die Kirchen St. Marien und St. Nikolai das Stadtbild Anklams. Ihre hohen Türme spiegelten den Stolz der Hansestädter. Die Hauptkirche wurde wie in den größeren Schwesterstädten Greifswald, Stralsund, Wismar oder Lübeck der Gottesmutter Maria gewidmet. Diese Widmung behielt die Kirche auch nach der Einführung der Reformation im Jahr 1535.

Ursprünglich war die Marienkirche mit zwei Türmen geplant. Nur einer konnte tatsächlich gebaut werden. Er steht daher nicht mittig auf der Achse der Kirche an der Westseite, sondern an der Südecke des Gebäudes. Warum der Turm auf der Nordwestseite nicht fertig gestellt werden konnte, wissen wir heute nicht mehr. Die Pläne wurden bereits im Mittelalter aufgegeben und man errichtete an der Stelle einen Raum, der heute Marienkapelle genannt wird und der Gemeinde als Winterkirche dient.

Der Turm wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach durch Stürme, Brände und Kriegseinwirkungen beschädigt und umgestaltet. 1943 fiel der damals etwa 100 Meter hohe Turm dem ersten Luftangriff aus Anklam am 9. Oktober zum Opfer. Seitdem ist das Mauerwerk in Höhe von etwa 64 Metern mit einem einfachen Satteldach abgeschlossen.

Im Turm läutet ein fünfstimmiges Geläut der Gießerei Albert Bachert aus dem Jahr 2014 und die berühmte „Apostelglocke“ des Gießers Rickert de Monkehagen von 1450.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Anklamer Marienkirche als eines der ersten Bauwerke im Nordosten als Denkmal nationaler Bedeutung anerkannt. Grund dafür ist die außergewöhnlich gut erhaltene mittelalterliche Ausmalung der Kirche, die insbesondere an Pfeilern und Bögen des Hauptschiffs nahezu vollständig erhalten ist. Während einer Restaurierung des Innenraums in den Jahren 1936/37 zufällig entdeckt, stammt ein Großteil aus dem 14. Jahrhundert.

Mehrere weitere wertvolle Ausstattungsstücke sind heute in der Marienkirche vorhanden, wie zum Beispiel der Taufstein aus dem frühen 14. Jahrhundert, die geschnitzten Wangen des Chorgestühls aus dem 15. Jahrhundert und Tafelmalereien aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Viele Ausstattungsstücke der Kirche wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, deshalb finden sich auch Kunstwerke aus der ehemaligen Anklamer Nikolaikirche und aus der Stettiner Jacobikirche in St. Marien.

1962 wurde die heutige Orgel von Alexander Schuke gebaut. Das größte Instrument Anklams, mit 30 Registern auf zwei Manualen und Pedal, erfüllt bei Gottesdiensten und Konzerten den Raum mit einem großen Klang. Die seit über 40 Jahren jährlich in der Marienkirche stattfindende Anklamer SommerMusikReihe gehört zu den wichtigen kulturellen Höhepunkten der Region.

Öffnungszeiten:

Die Marienkirche ist in der Regel von Mai bis Oktober montags bis samstags von 10 und 16 Uhr geöffnet.

Da die Kirchenöffnung überwiegend durch Ehrenamtliche und geringfügig Beschäftigte sichergestellt werden muss, kann es zu Änderungen kommen. Wenn Sie sicher gehen möchten, melden Sie sich vor Ihrem Besuch im Gemeindebüro. Auch Führungen sowie Besichtigungen außerhalb der Öffnungszeit können dort angemeldet werden.

Weitere Informationen und einen Rundgang durch die Kirche unter:
www.marien-anklam.de